Mehr Berge und Midges

Schon vor ein paar Tagen am See waren wir uns einig geworden, dass wir die ursprünglich geplante Strecke von Elphin nach Lochinver zumindest ein Stück zurückwandern wollten. Im TIC hatten wir herausgefunden, dass es etwa eine halbe Tagesetappe entfernt ein Bothy, die Suileag Hütte, gab.
Der Berg Suilven, der von Lochinver noch wie ein unbezwingbarer Zuckerhut ausgesehen hatte, offenbarte Schritt für Schritt seine wahre Form. Die Ostseite fiel lange nicht so steil wie die übrigen ab und sollte wohl auch für Nichtbergsteiger zu bezwingen sein.
Relativ früh kamen wir an der Suileag Bothy an. Es war eine auf den ersten Blick sehr gemütliche Bothy mit drei Räumen, wobei einer davon eine separate Eingangstür hatte. Allerdings saßen an den Dachfenstern ziemlich viele Midges, doch konnten wir diesem Problem mit unserem Insektenspray Herr werden.
Nach und nach fielen uns jedoch immer mehr der Biester im Zimmer im freien Flug auf. Mit ein bisschen Holz, das wir im Vorraum gefunden hatten, machten wir ein kleines Feuer, das für den Anfang als Migdesprevention ausreichte.
Draußen wurde die Midgesdichte pro Liter Atemluft langsam kritisch hoch. Einstimmiges Fazit dieses Erlebnisses war: Das nächste mal haben wir in Schottland Mückenhüte dabei!

Da unser Bus nach Inverness erst am späten Nachmittag in Lochinver abfahren sollte, konnten wir uns mit dem Aufbruch Zeit lassen.
So zogen wir uns nach einem Frühstück in der Sonne vor der Bothy (die Midges waren tatsächlich weg) langsam aus den Highlands zurück. Wir wählten den gleichen Weg, den wir am Vortag von Lochinver gekommen waren, da ein Umweg verhältnismäßig viel Straße mit sich gebracht hätte.
Die Fahrt nach Inverness war relativ deprimierend, da die Berge immer weiter zurückwichen, und die Landschaft immer mehr den Löwensteiner Bergen glich. Die einzige Möglichkeit, das zu kompensieren, war zu schlafen.

Am Campingplatz angekommen, mussten wir feststellen, dass dieser ziemlich überfüllt war (was wir bei der Tatsache, dass es ein Campingplatz war, eigentlich gar nicht verstehen konnten!). Wir fanden noch drei Plätze, die zwar nicht beieinander lagen, aber das störte uns nicht sonderlich.

Zwei Tage später erreichten wir das in einer Hitzewelle brütende Deutschland.
Welcome home!


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